Welche Kaffeemaschine für wie viele Mitarbeiter?

Die häufigste Fehlentscheidung beim Kauf einer Büromaschine ist nicht das falsche Modell. Es ist die falsche Größe — und zwar fast immer nach unten.

Der Grund ist nachvollziehbar: Man rechnet mit dem Tagesdurchschnitt. 40 Mitarbeiter, zwei Tassen pro Kopf, macht 80 Tassen über acht Stunden — also zehn pro Stunde. Klingt entspannt.

Nur trinkt niemand gleichmäßig über den Tag verteilt Kaffee.

Der eigentliche Maßstab: die Stoßzeit

Kaffee wird in Wellen getrunken. Morgens zwischen halb neun und halb zehn. Nach dem Mittagessen. Und in den zehn Minuten nach jedem größeren Meeting.

In diesen Fenstern entstehen 60 bis 70 Prozent des Tagesverbrauchs. Eine Maschine, die im Schnitt locker mithalten würde, produziert dann Warteschlangen in der Küche — und irgendwann greift das Team wieder zum Wasserkocher.

Die praktische Faustregel: Rechnen Sie mit der Hälfte Ihrer Mitarbeiter innerhalb einer Stunde. Bei 40 Personen also 20 Tassen in 60 Minuten, nicht 80 Tassen in acht Stunden.

Bis 20 Mitarbeiter

Empfehlung: kompakte Vollautomatik mit Wassertank

In dieser Größenordnung reicht eine kompakte Maschine mit Wassertank in aller Regel aus. Der große Vorteil: Sie braucht keinen Festwasseranschluss und lässt sich dort aufstellen, wo Platz ist — nicht dort, wo zufällig ein Wasseranschluss liegt.

Worauf Sie achten sollten:

  • Tankgröße: Wer zweimal täglich nachfüllen muss, füllt irgendwann gar nicht mehr nach
  • Milchsystem: Bei mehr als fünf Milchgetränken am Tag lohnt ein automatisches System mit Kühleinheit
  • Reinigungsprogramm: automatisch, sonst übernimmt es niemand

20 bis 70 Mitarbeiter

Empfehlung: mittlere Vollautomatik mit Festwasseranschluss

Ab etwa 20 Personen wird der Festwasseranschluss zum entscheidenden Punkt. Nicht wegen der Leistung, sondern weil das manuelle Nachfüllen bei diesem Volumen zur täglichen Aufgabe wird — und niemand dafür zuständig ist.

Dazu kommt: Diese Maschinenklasse hält die Brühtemperatur über viele Tassen hinweg stabil. Bei kompakten Geräten fällt sie nach fünf, sechs Tassen in Folge ab, und die siebte schmeckt anders als die erste.

Worauf Sie achten sollten:

  • Zwei Mahlwerke, falls Sie entkoffeinierten Kaffee parallel anbieten wollen
  • Milchkühlschrank mit ausreichend Volumen für die Stoßzeit
  • Wasserfilter — Münchner Wasser ist hart, und Kalk ist die häufigste Ausfallursache

Über 70 Mitarbeiter

Empfehlung: Hochleistungslösung, ggf. mit mehreren Ausgabestellen

Ab dieser Größe stellt sich weniger die Frage nach der Maschine als nach der Verteilung. Eine sehr leistungsfähige Maschine an einem Ort ist oft die schlechtere Lösung als zwei mittlere auf verschiedenen Etagen.

Der Grund ist nicht die Kapazität, sondern der Weg. Wer zwei Stockwerke laufen muss, geht seltener — und die Maschine wird zum Engpass an genau einem Ort.

Worauf Sie achten sollten:

  • Verteilung auf Etagen oder Abteilungen statt einer zentralen Großmaschine
  • Wartungsvertrag mit Ersatzmaschine — bei dieser Größe fällt ein Ausfall sofort auf
  • Verbrauchsauswertung, falls Sie die Kosten je Abteilung umlegen

Drei Fehler, die wir immer wieder sehen

Zu klein kaufen, um zu sparen. Eine überlastete Maschine braucht länger pro Tasse, geht öfter kaputt und wird irgendwann gemieden. Die Ersparnis ist nach zwei Jahren aufgebraucht.

Das Milchsystem unterschätzen. In den meisten Büros sind mehr als die Hälfte aller Bestellungen Milchgetränke. Wenn das Milchsystem der Engpass ist, hilft die schnellste Brühgruppe nichts.

Den Standort zu spät bedenken. Steckdose, Wasser, Abfluss und genug Platz zum Öffnen der Wartungsklappe — das klärt man besser vor der Bestellung als danach.

Und wenn das Team wächst?

Das ist genau der Fall, in dem sich Miete oder Leasing gegenüber dem Kauf auszahlen. Wer heute 25 Mitarbeiter hat und in zwei Jahren bei 60 liegt, braucht dann eine andere Maschine. Im Mietmodell wird sie getauscht, im Leasing beim Upgrade am Laufzeitende — gekauft steht sie da und passt nicht mehr.

Mehr dazu im Vergleich der drei Modelle.

Kurz zusammengefasst

  • Nach Stoßzeit dimensionieren, nicht nach Tagesdurchschnitt
  • Faustregel: die Hälfte der Mitarbeiter innerhalb einer Stunde
  • Bis 20 Personen: kompakt mit Wassertank
  • 20 bis 70: mittlere Klasse mit Festwasseranschluss
  • Über 70: lieber verteilen als zentralisieren
  • Milchsystem und Wasserfilter mitdenken — beide werden regelmäßig unterschätzt

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